Tierische Lebensregeln

Sigis Klammgeschichten

Liebe Freunde unserer Heimat,
der Donnersbach-Klamm!

SEIT URZEITEN lebt unsere Gemeinschaft in dieser schroffen und dabei trotzdem so heimeligen Schlucht. Findet hier alles, was zum Leben gebraucht wird: NAHRUNG, SCHUTZ, GEBORGENHEIT. Und weil es uns eine große Freude macht, dass in den letzten Jahren viel mehr Bewegung in die Klamm gekommen ist, was mit Euch Wanderern zu tun hat, möchten wir auf unser Dasein aufmerksam machen, Euch ein bisschen von uns erzählen.

 

 

Wir – das ist die EICHHÖRNCHEN-GEMEINDE der Donnersbacher Klamm.

Hier einige unserer Lebensregeln

Damit Ordnung in unserem Alltag besteht, einigen wir uns alle zwei Jahre auf einen neuen Anführer. In offener Aussprache – JUNG UND ALT REDEN MIT – suchen wir nach einer klugen, weitsichtigen und damit der am besten geeigneten Führungspersönlichkeit. Er/sie führt den Titel „WALDMEISTER“, ist zurzeit männlich und trägt den Namen Leopold.

In unserem Gestade merken wir den Wechsel der Jahreszeiten viel intensiver als „draußen“. Und im Leben kennen auch wir – vielleicht ist es ebenso bei Euch – Alltagsgrau und Lebensfreude. Wie schon gesagt, einen GEWINN an Lebensfreude und Abwechslung bringt ihr uns, wenn ihr den Klammsteig entlangschlendert, verweilt, lacht, singt, staunt. Neben dieser Erfahrung geht von eurer Anwesenheit auch ein gewisser Schutz für uns aus, was unsere Fressfeinde betrifft.

Besonders tut sich dabei einer unserer LIEBLINGSFEINDE hervor, der Baummarder. Mit großem Appetit hat er ständig Lust auf uns. Allerdings ist er auch ein FEIGLING und verzieht sich schnell, wenn er Wanderer wahrnimmt – für uns dann immer eine willkommene Gelegenheit, ihn von „oben herab“ auszulachen.

Ein himmlisches Vergnügen,
wenn er sich dabei vor Wut krümmt.

Wir passen meistens recht gut auf uns auf, und trotzdem kann es schon mal vorkommen, dass sich Freund Marder uns gefährlich annähert. Dann aber geht die wilde Jagd nach oben zu den Wipfeln los. Zu unserem (Überlebens)-Glück haben wir die besondere Fluchtfähigkeit entwickelt, dass wir mittlere Distanzen von Baum zu Baum, schwebend überbrücken können – FREUND MARDER HAT DA WOHL DIE SCHULE GESCHWÄNZT. Wenn schon sein heißer und gieriger Atem in unserem Hinterleib spürbar ist, setzen wir ab: Flug, dem Verfolger die Fersen zeigen, GLÜCKLICHE LANDUNG auf der anderen Seite und ein erleichtertes Schau-zurück in ein langes, dummes Mardergesicht.

Pech gehabt, Vielfraß!

Jetzt aber erstmal hinsetzen und TIEF DURCHATMEN. Lange noch kann man unser Knieschlottern hören. Ihr seht also, ganz frei von Spannung läuft unser Leben hier nicht ab.

Nach einem langen und kantigen Winter – glücklicherweise hatten wir einen Großteil unserer Essensvorräte in unmittelbarer Nähe unserer Behausungen angelegt, was uns lange Wege ersparte – erwachen wir langsam aus der Winterruhe. Zusammen mit LEOPOLD sitzen ein paar von uns seit einigen Tagen halbwach im SEMINAR-KOBEL und verfassen diesen Bericht, von dem wir hoffen, dass er Euch ein bisschen Freude macht.

Sehr schön wäre es, wenn Ihr Euch auf der nächsten Klammwanderung daran erinnert.
Schon jetzt macht es uns eine große Freude, wenn wir daran denken, recht viele der VERTRAUTEN GESICHTER im kommenden Sommer wieder bei uns zu sehen.

 

Bis dann und liebe Grüße,
Eure Klammgemeinschaft mit den Pinselohren

DIE GESCHICHTE IM PODCAST ANHÖREN …