Der liebenswerte "Gaberl" vom Kulmer Kogel

Sigis Klammgeschichten

Hochverehrte Wandersleut!

Die Oacherln vom „Kulmer Kogel“ berichten.

Heute möchten wir, die EICHHÖRNCHEN-FAMILIE, die rund um den Kulmer Kogel ihre Bleibe hat, uns zu Wort melden. Mitteilen, warum es bei uns seit veacht im HIAREST (Herbst) so sehr still geworden ist. Eine kleinere Anzahl von uns jüngeren Oacherln ist vor einigen Jahren von unten, dem Kerngebiet der Klamm, nach oben in den KULMERWALD gezogen. Für alle war es dort zu eng geworden.

Der Name „KULMER“ deshalb, weil vorne an der Fahrstraße sehr lange ein BAUERNHOF stand, der diesen Namen trug. Man sieht heute nichts mehr davon, er musste der neuen, breiteren Straße weichen. Schade eigentlich, es haben immer so nette und hilfsbereite MENSCHEN darin gewohnt. Unsere Vorfahren erzählten, dass einer der Bewohner BESONDERS LIEBENSWERT war.

Gabriel Schönleitner – „Der Gaberl“, wie er von allen gerufen wurde.

An besonders HARTEN WINTERTAGEN hat der Gaberl auch an uns gedacht. Wenn der Frost gar streng und der Winter endlos lang war, hat er uns öfters mit NÜSSEN UND ANDEREN LECKERBISSEN versorgt. Wir mussten nicht hinüber zum Hof durch den hohen Schnee springen, um die Geschenke abzuholen, als liebevoller Tierfreund brachte er die begehrten Sachen in einem geflochtenen KÖRBERL zu uns in den Wald herüber.

Dass die Menschen immer wieder so vieles verändern müssen, ist für uns nicht leicht zu verstehen. Wir leben stets im gleichen RHYTHMUS und sind damit zufrieden. Die anfangs erwähnte STILLE bei uns hängt auch mit solchen Veränderungen zusammen. Seitlich am Kulmer Kogel führt ein Teil des Klammrundweges entlang, ein SEHR SONNIGES TEILSTÜCK. So oft seid Ihr Wanderer über dieses schöne Stück Weg spaziert, habt uns ABWECHSLUNG gebracht. Nun kommt ab und zu vielleicht mal ein Einzelner, meist ein uns altbekanntes Gesicht, das nach PILZEN schaut.

Unsere Späher sind der Sache nachgegangen …

und kamen mit der BOTSCHAFT heim, dass der Weg verlegt wurde. Die VERLEGUNG beginnt hier an dieser Stelle und führt jetzt unterhalb der Wiese, wo im Winterhalbjahr die RINDER MIT DEN LANGEN HAAREN und noch längeren Hörnern sich aufhalten, entlang. Zwischen Weg und den Tieren steht nun ein ZAUN.

Der Wegmacher sagte uns den Grund dafür: Es gab in Tirol, einem Gebiet von dem wir schon einmal gehört haben, vor ein paar Jahren einen traurigen Vorfall. Bedauerlicherweise verlor dabei eine Frau durch den Angriff einer Kuh ihr Leben. Auf die Bauersleute kam daraufhin reichlich Ungemach zu. Ein HUND sei dabei im Spiel gewesen.

So ist diese Wegverlegung bei uns eine Vorsichtsmaßnahme, für die wir VERSTÄNDNIS haben. Wenn auch wir schon mal von einem Hund geärgert werden, ist es für uns ungemein beruhigend, dass seine Jagd unten vor dem Baum endet. WAHRLICH EIN GLÜCK!

 

Liebe Grüße und denkt vielleicht bei Eurem nächsten Besuch daran, Nüsse für uns zu sammeln.

 

Eure Oachkatzeln vom Kulmer Kogel

DIE GESCHICHTE IM PODCAST ANHÖREN …