„Es braucht den Wandel,
um die Tradition zu bewahren.“

 

 

Davon waren und sind Ulli und Franz Titschenbacher überzeugt. WIE RECHT SIE HABEN sieht und spürt man in jeder Holzfaser ihres Stalls – den sie in einen ganz besonderen Platz verwandelt haben.

 

1321 wurde der Huberhof in Altirdning erstmals urkundlich erwähnt. 698 Jahre ist er alt.

 

 

Es ist ein ehrwürdiges Erbe, das Ulli und Franz Titschenbacher 1989 mit der Hofübernahme von Franz‘ Eltern angetreten sind. Und dessen waren sie sich sehr bewusst. Schon zur Hochzeit bekamen sie eine eingehend recherchierte HAUS- UND HOFCHRONIK, die bis ins Jahr 1640 zurückreicht, von der Nachbarbäuerin geschenkt. „Sie war eine begeisterte Hobby-Historikerin, die die DORFGESCHICHTE von Altirdning in allen Details eruiert hat“, erklärt Ulli. Das junge Paar war von der Historie so berührt, dass es bis nach Graz zu AHNENFORSCHER Magister Jäger reiste, der ihren Hof bis in das Jahr 1321 zurückverfolgen konnte.

 

 

Langsam und bedächtig blättert Ulli in dem dicken Werk, in dem sich die Geschichte und Geschichten des Huberhofs versammeln. Die Chronik umfasst auch alte Fotoaufnahmen und vor allem Briefe, in deren Lektüre man sich richtig verlieren kann. Der Vater von Franz kam als 3-jähriger Waisenbub zu Maria Seebacher, die den Huberhof führte, aber selbst unverheiratet und kinderlos geblieben war. Ulli liest schmunzelnd aus der KORRESPONDENZ zwischen Marias Vater Johann und dessen Geschwistern Jakob und Justina. Die Brüder berichteten vom Wehrdienst in Marburg, die Schwester von den Geschehnissen im Ort.

 

Es ist eine wunderbare Sprache
und ein wunderbares Zeugnis der Zeit.

 

 

Einen Teil der Historie zu BEWAHREN, ist den Titschenbachers seit jeher ein Anliegen, doch was tun, wenn man merkt, dass der alte Stall endgültig ausgedient hat? Vor dieser Frage stand das Paar 1997. Ein Umlaufstall, wie sie es sich wünschten, wäre auf dem begrenzten Hofgelände mitten im Ort keine Option gewesen. Also verkleinern? Es war Franz‘ Mutter, die eine alternative Nutzung und einen Umbau vorschlug. „Es war ihre Idee und zugleich ihre Absegnung. Damit sagte sie uns, dass es okay wäre, einen Bruch zu vollziehen, den Stall vom Hof zu verlegen und hier ein Zuhause für Urlauber zu schaffen.

 

„Es braucht den Wandel“, nickt Ulli, „um die Tradition zu bewahren.“ So entstand ab 2007 – „als dann endlich auch das Geld da war“ – mit viel Bedacht ein „NEUER STALL“. Hier kann man in den Zimmern und Apartments wunderbar übernachten, im Spa saunieren und in der Schnapsbrennerei degustieren.

 

 

„Für uns war wichtig, dass man den Bau sowohl von außen wie auch von innen noch als Stall erkennt und wahrnimmt“, erklärt Ulli. „Gleichzeitig sollte es keine auf rustikal getrimmte Almhütte werden. Es soll das moderne Leben aufgreifen und integrieren. Gerade dadurch wird DAS ALTE BETONT.“ Wo sieht sie das denn besonders? „Im Glas! Das Glas schafft eine Abgrenzung und lässt dennoch eine Offenheit zu. Dahinter sieht man das Alte und es schafft Transparenz. So öffnet sich der Stall, der ja ursprünglich ein geschlossenes Schutz- und Nutzgebäude war, auch für eine NEUE INTERPRETATION – und für neue Menschen, unsere Gäste.“

 

Gemeinsam mit einem Architekten gelang es, Alt und Neu zu kombinieren und etwas so Einmaliges zu schaffen. „Er stellte die Fenster quer, weil schließlich auch die Balken quer liegen. So konnten wir großflächige Fenster integrieren ohne dass sie dominant wirken.“ Überhaupt die Balken – ein jeder schief behauen, jeder individuell und somit schwierig zu bearbeiten. Da braucht es FEINFÜHLIGE ZIMMERER.

 

 

Jeder, der damals mitgearbeitet hat, hatte seine Freude an dem Projekt. Es war nicht einfach, man musste mit viel Gefühl und sehr individuell arbeiten. „Und dann steht ein komplett tätowierter Zimmerer vor dir und strahlt dich an, weil es einmal KEINE 0815-AUFGABE ist, sondern etwas, das lebt“, erinnert sich Ulli. „Jeder konnte und musste sich einbringen und steckte so viel Herzblut in jedes Detail. Sie erledigten nicht nur ihre Arbeit, sie wollten etwas bewahren und weiterführen.“

 

Auch die Kinder Georg, Anna und Bernadette (damals 12, 14 und 15 Jahre alt) haben ihre Zustimmung gegeben. „Wir haben sie gefragt, ob sie sich das für sich und ihre Zukunft vorstellen können. So eine Investition ist nur über mehrere Generationen denkbar.“ Sie konnten es sich vorstellen – und können es auch heute noch. Über die Generationen hinweg zählt der Leitspruch der Familie, der auch in einer Platte im Stall verewigt wurde: „DEM ERBE VERBUNDEN. DEM WANDEL VERPFLICHTET. DIE ZUKUNFT GESTALTEN.“

 

Ulli nickt: „Das ist das, wofür man lebt.
Die Wurzeln, die Gegenwart, die Zukunft.“

 

Danke, Huber-Stall.

MUT ZUR VERÄNDERUNG.
MACHT SINN.

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