Mutter Maus geht aus

Sigis Klammgeschichten

Werte Klammleute!

Haselmaus-Mutter Lisa meldet sich zu Wort.

Seit einiger Zeit verfolgen wir mit Freude, dass unsere lieben Nachbarn, die Eichhörnchen, schon recht gut bei Euch bekannt sind. Manches über ihr Leben hier in der Schlucht wisst Ihr also schon.

Was wir so beobachten, gehen diese KLETTERKÜNSTLER in ihrer Verwandtschaft recht freundlich miteinander um. Ach, wenn doch unsere Partner nur auch so hilfsbereit und verständnisvoll wie die Oacherl-Männer wären. Obwohl wir HASELMAUSDAMEN uns bemühen es ihnen rechtzumachen, bekommen wir nicht immer das zurück, was wir so gerne haben und uns eigentlich auch zusteht – Respekt und Achtung … MACHOS halt bisweilen …

In unserem Bemühen geben wir uns aber nicht so schnell geschlagen. Und so rieten mir bei unserem letzten DAMENPLAUSCH die engsten Freundinnen, einen Versuch mit einem EXPERIMENT zu machen – mal alleine auszugehen. Ich sei doch die weibliche Anführerin, vielfache Mutter, und ich soll das ruhig riskieren.

Nach kurzem Überlegen erklärte ich mich einverstanden, und kommendes Wochenende schreite ich zur Tat. Aber lest zuerst, was ich seit meiner MÄDCHENZEIT erstmalig wieder erlebt und so vermisst habe …

Mutter Maus geht aus.

Mutter Maus, die hatte Langeweile,
gewöhnlich strebsam, meist in Eile,

Kinder; g’rade wieder aus dem Haus –
beschließt sie: heute geh‘ ich einmal aus

 

Ich hab ja noch das rote Kleid,
das Vater Maus so sehr erfreut,

so selten Konnt‘ ich es nur tragen,
s‘ war’n immer Kinder – diese Plagen

 

Gesagt, getan schnell angezogen,
dem Vater noch die Lampe g’rad gebogen,

den Vater Maus ein wenig kränklich,
wohl etwas blass, sonst unbedenklich

 

Ein Küsschen schnell und gute Nacht,
pass auf dich auf, nimm dich in Acht,

dann nichts wie hin zur Mäuse Bar,
wo einiges ja los schon war

 

Ein Staunen dort – die Lisa, schau,
schön ist sie noch, wenn auch schon grau,

so lange warst du nicht mehr hier,
komm mit zur Bar, jetzt feiern wir

 

So vieles war nun nachzuholen,
es wurd‘ getanzt auf leisen Sohlen,

die Klänge von der Mäuseband
entlockten manches Kompliment.

 

So lustig war’s, man sagt im Gehen,
dass man sich bald soll wiedersehen,

ein junger Mäuserich – galant,
zum Abschied Lisa küsst die Hand.

 

Nun aber heim, klein wenig Sorgen,
von ferne dämmert schon der Morgen,

der kranke Mann fällt ihr noch ein,
sie will jetzt nur noch bei ihm sein.

 

Sehr leise öffnet sie die Tür,
schaut auf die Uhr, es ist schon vier.

Wie geht’s dir, du, mein Allerbester?

Recht gut, ruft da vom Bettrand her,
Amalia, die Pflegeschwester.

 

UND DIE MORAL VON DER GESCHICHT:
VERLASS DEIN KRANKES MÄNNCHEN NICHT!
DAS GEDICHT IM PODCAST ANHÖREN …