Waldmeister Leopold musste gehen

Sigis Klammgeschichten

Eichkatzerl Adelheid möchte was sagen.

Nach dem ersten SCHNEEFALL und schon sehr kurz gewordenen Tagen – Anfang Dezember, hat sich wieder DIESE ALLJÄHRLICHE, WOHLTUENDE STILLE, die wir auch so dringend brauchen, über unser Gestade gelegt. Im Winter ist es verkleinert, die ausgedehnten Sommerwege würden uns zu viel Energie abverlangen.

Einige Zeit davor war noch für ca. 10 TAGE RADAU in der Schlucht. Wegmacher Sigi erklärte uns den Grund dafür. So sei es notwendig, dass entlang des Wanderweges alle Geländer, Stege, Stufen usw. erneuert werden. Für die Sicherheit von Euch Wanderern sei das wichtig. Jetzt ist der Weg gesperrt, und nur ganz selten kommt noch jemand – meist sind es solche, die man das ganze Jahr über bei uns antreffen kann.

In den besagten 10 Tagen waren zwei Leute mit den Arbeiten beschäftigt. Einer wurde Walter gerufen … ja, und der, der halt immer da ist … S. An zwei Tagen gab es einen dritten – FLOH. Er war recht gut genährt und auch ziemlich groß. Was haben wir uns zerkugelt bei der Vorstellung, dass diese Plagegeister, die sich bisweilen auch an unseren Bäuchlein und Schwänzchen gütlich tun, auch von dieser Größe wären. NA BRAVO!

Diese kleine HEITERKEIT hat ein wenig geholfen, unsere TRAURIGKEIT für kurze Zeit zu mildern:

Leopold, unser Waldmeister
ist gegangen.

Vor gut sechs Wochen hat er uns für immer verlassen, was die ganze Gemeinschaft sehr betroffen macht. Immer noch! Und man kann spüren, dass die „STADE ZEIT“ dadurch noch intensiver wirkt. Bis zuletzt war er uns ein respektvoller Anführer, zu dem wir aufgeschaut haben. Nie hat er sich über seine zuletzt doch häufiger gewordenen gesundheitlichen Nachteile beklagt, vorbildhaft und demütig nahm er an, was das Leben brachte.

Er spürte, dass das Ende nahe ist und wollte alleine sein, wenn es in ERFÜLLUNG geht. Das haben wir befolgt, und auf dem Weg zum Hügel gab er uns Gelegenheit, noch einmal reichlich an seiner WEISHEIT UND GÜTE Anteil zu nehmen. Die Verabschiedung war – wie er es wollte – kurz, und wir sind gegangen.

Schon im Morgengrauen waren wir wieder oben, um Nachschau zu halten … der Platz war verwaist … im Neuschnee eine frische Fuchsspur. Das mag für Euch Menschen hart sein, für uns gehört es so seit Anbeginn zum LEBENSKREISLAUF.

Und es ist gut, wie es ist.

Der alte Anführer hat uns so viel Gutes hinterlassen, in großer DANKBARKEIT UND RESPEKT halten wir seinen Platz am Besprechungstisch für immer frei.

Leopold kann seine angelegten Wintervorräte nun nicht mehr genießen. Es war sein ausdrücklicher Wunsch, dass KUNIGUNDE, die ein Leben lang treu an seiner Seite war und inzwischen auch kränklich geworden ist, sie bekommen soll.

Natürlich war es notwendig, auch schon über einen NACHFOLGER nachzudenken. Aber davon mehr in einer anderen Geschichte.

So, da war heute Heiteres und Trauriges dicht beieinander.
Es ist bei uns so wie bei Euch … das Leben muss weitergehen!

 

Habt auch eine schöne „stade Zeit“,
im Frühling sehen wir uns wieder.

 

Eure Adelheid

DIE GESCHICHTE IM PODCAST ANHÖREN …