Ach, muss Liebe schön sein!

Sigis Klammgeschichten

Ach, muss Liebe schön sein!

Schmunzeln über unser verträumtes Eichkatzerl Ingrid.

Jetzt, wo die Wanderer in der Klamm sehr selten geworden sind, im SPÄTHERBST fast alle Bäume ohne Blätter dastehen, das Anlegen der Wintervorräte abgeschlossen ist und auch unsere KOBEL AUSGEBESSERT und für den Winter hergerichtet wurden, sind unsere Tage manchmal recht lang.

Da wir ja grundsätzlich sehr FLEISSIGE WESEN sind, gerne aber auch das NICHTSTUN mögen, denken wir immer darüber nach, wie unsere Freizeit gestaltet werden könnte, damit sie uns allen Freude macht. Gerne sitzen wir dabei im erweiterten Versammlungskobel – im vergangenen Sommer gab es bei uns mehr Familienzuwachs als sonst – und unterhalten uns über manches, was im Jahr vorgekommen ist.

LACHEN UND HUMOR kommen nicht zu kurz, wenn wir uns manchmal auch dabei erwischen, dass wir ganz gerne lästern. Es wird aber NIE BÖSWILLIG. Gerne lassen wir uns zum Beispiel über ein bemerkenswertes FAMILIENMITGLIED aus …

Unsere „verliebte“ Ingrid

Wir erinnern uns an den LANZING (Frühling) zurück:

Seit vielen Jahren schon lebt in unserer Schlucht am oberen Ende der KLAMMER ÖFEN eine sehr bekannte KOLKRABEN-FAMILIE. Unterhalb der krummen Lärchenwurzel, umrahmt von GELBER SCHWEFELFLECHTE ist ihr Nest, wo die Jungen aufgezogen werden. Bei gutem Flugwetter ziehen sie gerne, wenn die Kinder gerade wieder flügge geworden waren, durch die Klamm. Manchmal allesamt, dann wieder nur die Eltern ohne Kinder. Öfters auch nur das OBERHAUPT alleine.

Er, ein etwas überheblicher Charakter, hat von uns den Namen Donald T. bekommen.

Es ist wohl der elegante Flugstil dieses Vogels, der es unserer Ingrid so sehr angetan hat … SIE IST REGELRECHT IN IHN VERKNALLT. Schon sehr früh macht sie sich auf den Weg zum Wasser, wo sie oberhalb der Bachkrümmung auf dem vorgelagerten Felsen sitzt … ihr Schwarm könnte ja heute wiederkommen. Nicht vergessen hat sie dabei auf ihren gebogenen STIELKAMM MIT VERGOLDETEM GRIFF, welcher mal einem Wanderer aus der Tasche gerutscht ist. Ihr glaubt es nicht, wie ausdauernd sie dabei durch ihr Haar streicht, stundenlang. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei den PINSELOHREN. Dazu ihre VERRENKUNGEN. Wir könnten uns darüber regelrecht zerfransen. Bestimmt kam während längeren Wartens manchmal in ihr schon der Wunsch hoch, dem Namensvetter ihres Angebeteten, der hinter dem großen Ozean wohnt, auch mal die BLONDE HAARTOLLE zurechtzulegen …

Ach, wenn er nur gerade hier wäre …

Sehr gut kann sie unterscheiden, wie viele Vögel gerade wieder im Anflug sind, dem vorausgehenden GESCHNATTER kann sie das entnehmen. Wenn der ganze CLAN sich für Flugrunden entschieden hat, dann sitzt sie aufrecht auf dem Stein und gibt sich teilnahmslos. So, als würde sie nur die gerade aufgegangene Sonne genießen und sich um die – für alle Fälle mitgebrachte – HANDARBEIT kümmern.

Kommt Donald dagegen alleine des Weges, läuft sie zur Höchstform auf. Eilig holt sie dann die große Nussschale hervor, in welcher sich die rote Paste, die sie im Sommer immer aus HIMBEEREN und anderen roten Waldfrüchten herstellt, befindet. Mit HINGABE und kunstvoll wird diese CREME AUF DEN OHRENPINSELN aufgetragen.

Dieses knallige Rot kann ihr Prinz doch unmöglich übersehen.

Diese schwarzen Flieger sind mitunter ja sehr verspielt, trumpfen gerne mit ihren Flugkünsten auf. Wenn der HELD DER LÜFTE wieder einmal auf SOLO-FLUG ist und besonders vornehm seine Flügel schwenkt, dann gönnen wir unserer lieben Ingrid gerne ihre Meinung, dass diese Vorführung jetzt nur für sie war.

Ob bei Donald schon SIGNALE angekommen sind, wissen wir noch nicht …

Es würde uns freuen, wenn ihr über diese kleine Geschichte, die das Leben bei uns schrieb, auch ein bisschen SCHMUNZELN könnt.

 

Bis zum nächsten Lanzing, sprich Frühling … habe die Ehre.

 

Herzlich, Ingrids Familie

DIE GESCHICHTE AM PODCAST ANHÖREN …