6. JULI, 14.00 UHR IN IRDNING
MUSIK. ZUG.
IN 5ER REIHEN ANTRETEN.

 

BARBARA bereitet, müde vom Nachtdienst, noch die letzten Infusionen für ihre Patienten vor.

SEPP jongliert mit knusprigem Schweinsbraten auf den Tellern geschickt durch den Gastgarten.

MARTIN schaut auf der Alm bei seinem Vieh nach dem Rechten.

Und SIMON tauscht seine Schultasche gegen sein Fahrrad, denn seit gestern sind Sommerferien.

 

NOCH SIND SIE ZU HAUSE, AN IHREN ARBEITSPLÄTZEN, IRGENDWO UNTERWEGS UND BESCHÄFTIGT MIT DEN HERKÖMMLICHEN DINGEN DES ALLTAGS.

IMMER MIT BLICK AUF DIE UHR, DENN UM 12.30 UHR IST TREFFPUNKT. UND ZU SPÄT KOMMEN, DAS TUN MUSIKANTEN NICHT.

SCHON GAR NICHT AN SO EINEM TAG WIE HEUTE, AM TAG DES BEZIRKSMUSIKFESTES. FIX EINGETRAGEN IST DER TERMIN SCHON LANGE – IM HANDY, DEM FILOFAX ODER AUF DEM KALENDER AUF DER KOMMODE. DICK ANGESTRICHEN MIT EINEM ROTEN KRINGEL DRUMHERUM.

 

 

ZURÜCK IN IRDNING

 

Mittlerweile stehen alle 16 KAPELLEN an ihrem für sie reservierten Platz. Aus Nord, Ost, Süd und West sind sie im klingenden Spiel einmarschiert und haben sich nach und nach wie in einem
TETRIS-SPIEL zu einem großen Block im Zentrum von Irdning formiert. Reihe um Reihe stehen sie nun da.

 

“GEPUTZT, GEKAMMPELT UND GESCHNEUZT.“

 

Was für ein Farbenspiel. Fichtennadelgrüne und vogelbeerrote Janker mit grimminggrauen Hüten obenauf. Wollgrasweiße Stutzen hier, bergseeblaue Stutzen dort. Die Dirndlgewänder in Almrauschrot und Irisblau gehalten. Dazu die Hüte geschmückt mit Gamsbart oder Federn. Die Körbe der Marketenderinnen aufgeputzt mit frisch gepflückten Wiesenblumen. Und zwischendrin glänzen die Blasinstrumente in ihren schönsten Gold- und Silbertönen.

 

Es folgt die Begrüßung. Vom Bezirksmusikobmann persönlich versteht sich. Und auch der Herr Bürgermeister und viele andere Ehrengäste haben es sich heute nicht nehmen lassen dabei zu sein, beim großen Fest der BLASMUSIK.

 

DEN GESPROCHENEN WORTEN FOLGT DAS GESAMTSPIEL, WAS SO VIEL HEISST WIE:

 

ALLE AUF EINMAL.

 

568 Musikanten im Gleichklang. 1.136 Augen auf den Dirigenten ganz vorne gerichtet.
.

Der Taktstock hebt sich und dann – nur ganz kurz, 1/8-Takt lang herrscht Stille.
.

In ihrer Kürze kaum wahrnehmbar und doch so intensiv: Jeder spürt, dass gleich etwas Großartiges passieren wird.
.

Schon setzen 32 Bässe, 81 Querflöten und 47 Klarinetten gleichzeitig ein und ein gewaltiger Klangkörper erhebt sich über dem Hauptplatz.

 

HINAUF IN DEN HIMMEL, UNTER DIE HAUT.

Und mit einem Paukenschlag ist er klar, der Grund warum für diese Menschen unterschiedlichsten Alters oder Berufes, Herkunft oder Glaubens das Herz für die Musik schlägt. Es ist das Gefühl gemeinsam etwas ganz Großartiges zu schaffen und TEIL EINES WUNDERBAREN GANZEN zu sein.

 

Und auch deshalb, weil im Anschluss an den Festakt das Bierzelt ruft. Bei saftigem Grillhendl, kühlem Bier und flotter Polka wird geschunkelt und gefeiert, getanzt und gelacht bis zum letzten TUSCH.

 

QUER DURCH DIE MUSI-REIHEN

 

SEGGL ROLAND
ALTER: 21
BERUF: RAUMBERGER KÄSER
BEI DER BLASMUSIK SEIT: 2010
INSTRUMENTE: KLARINETTE, SAXOFON,
STEIRISCHE HARMONIKA, UKULELE
LIEBLINGSSTÜCK:
ALT STARHEMBERG MARSCH

 

 

Egal ob bei der Militärmusik oder am Einrad in der Zirkusschule. Roli hat immer ein feines Stückerl parat und weiß das Publikum und seine Musikantenfreunde in Donnersbachwald zu begeistern. Die Liste der Instrumente, derer der junge Mann Herr ist, ist lang und sicher noch lange nicht zu Ende. Seine Begeisterung für die Musik treibt ihn immer an. Da bringt man sich als Stabführer in der Freizeit das Ukulelespielen dann eben auch schon mal via Internet bei. Der Junge ist ein MULTITALENT und auf seiner Quetschn immer wieder gerne Alleinunterhalter.

 

WEISL MICHAEL
ALTER: 28
BERUF: POLIZIST
BEI DER BLASMUSIK SEIT: 2003
INSTRUMENTE: TUBA, SCHLAGZEUG,
GITARRE, KONTRABASS, CAJON
LIEBLINGSGSTANZL:
„DIE GAMS HÜPFT HOCH,
DIE GAMS HÜPFT WEIT. LOSS GLA HUPFN,
SIE HOD EH ZEIT.“

 

 

Mike brasst schon längst nicht mehr „nur“ in seiner Heimat in Berg & Tal. Auftritte in Österreich, Deutschland und Italien hat der junge Erlsberger mit seinen Bandfreunden schon so viele, dass er beim Münchner Oktoberfest dann einfach mal eben auf der Bühne einschläft. Ups. Als Vorgruppe beim legendären Seer-Konzert passiert ihm das sicher nicht. Ob’s an den feschen Dirndln liegt? Man weiß es nicht. Er ist schließlich ein ganz ein AUSGFUXTER. Aber Hand aufs Herz: Sein Taktgefühl hat er sicher noch nie verloren.

 

RADLINGMAIER VIKTORIA
ALTER: 27
BERUF: JUNGBÄUERIN
BEI DER BLASMUSIK SEIT: 2016
INSTRUMENT: STEIRISCHE HARMONIKA
BEVORZUGTE SORTE:
ZIRBE

 

 

Steirische Harmonika und Blasmusikkapelle. Hm. Irgendwie passt da was nicht. Egal. Was nicht passt, wird eben passend gemacht, dachte sich die hübsche Aignerin und tauschte einfach ihr Lieblingsinstrument gegen das Amt der Marketenderin. Harmonika spielen ist im Kreise ihrer Schwestern ja auch lustig. Bei der Musi geht sie nun in erster Reihe und trägt stolz das mit edelsten, heimischen Tropfen gefüllte SCHNAPSFASSERL vor sich her bis es leer ist. Und das (zur Not) auch mal so lange bis sie beim Nach-Hause-Gehen den Hahn schon lauthals krähen hört.

 

ILSINGER 1, 2, 3 (4, 5 UND 6)
ALTER: VON – BIS
BEI DER BLASMUSIK SEIT: IMMER
INSTRUMENTE: OHNE ENDE
BESTES BIERZELT-MENÜ:
A HENDL UND A HALBE
(ODER AUCH MEHR)

 

 

Der Opa, der Papa, 4 Brüder. Quasi die halbe Musi. In der Ilsinger-Familie wird das BLASMUSIK-GEN offensichtlich sehr erfolgreich weitervererbt. Dem Brüder-Quartett – Rudi, Markus, Hannes und Hias (der ist uns beim Fotomachen leider ausgekommen) – wurde die Blasmusik ganz einfach in die Wiege gelegt. Zumindest in der Donnersbacher Trachtenkapelle gibt der Erstgeborene, Hannes, den Ton an. Das feine Gefühl für den Taktstock stammt dabei wohl von Vater Hans, der zuvor 20 Jahre in erster Reihe stand. Opa Hans sen. hat es sich inzwischen bequem gemacht: Er steht nicht mehr zwischen den Musikern, er sitzt im Publikum – und genießt was er vererbt hat.

 

HUBER ALOIS
ALTER: 68
BERUF: VERSCHUBMEISTER A.D.
BEI DER BLASMUSIK SEIT: 1965
INSTRUMENTE: KLARINETTE, SAXOFON
WEISER RAT:
GEH ZUR MUSI DAZUA

 

 

80 % seiner Lebenszeit ist der Lois schon stolzes Mitglied der Aigner Musikkapelle. So routiniert kann er aber nie werden, dass ihn nicht heute noch oft beim Konzertieren eine Gänsehaut überkommt. Der Lois ist überhaupt ein ganz ein AUSHALTIGER. Im Sommer zieht’s ihn schon mal mit dem Rad (ganz ohne Strom, versteht sich) bis zum Gardasee und bei der Musikprobe ist er auch meistens einer der späteren, die heimgehen (und am nächsten Tag am Foto am besten aussehen).

 

RÜSCHER LEONIE
ALTER: 13
BERUF: SCHÜLERIN
BEI DER BLASMUSIK SEIT: 2017
INSTRUMENTE:
BLOCKFLÖTE, QUERFLÖTE
BESTE MUSIKKAPELLE:
AIGEN, WHAT ELSE!

 

 

Leonie meistert nicht nur den SPAGAT zwischen Schule und Freizeit perfekt. In der Ballettschule dehnt sie sich geschmeidig in alle Richtungen und auf ihrem Pfeiferl streckt die junge Aignerin dann ihre Finger in die Länge um auch das eingestrichene C zu greifen. Sollte ihr beim Musizieren das ein oder andere Kreuzerl zu schaffen machen, dann setzt sie einfach ihr zauberhaftes Lächeln auf und tanzt En croix weiter ins Leben hinein.

 

Danke, Musi.

VOLLER EINSATZ.
MACHT SINN.

4.8 (95.28%) 72 vote[s]
Share

Leave a comment