1930 HIELT DIE SÜNDE EINZUG IN DONNERSBACHWALD: IN DIESEM FRÜHLING WURDE DAS ERSTE SCHWIMMBAD IM ORTSKERN ERRICHTET.

 

GEDACHT FÜR GÄSTE UND EINHEIMISCHE, MIT EINEM EIGENEN KINDERBEREICH, ZUR ABKÜHLUNG, ZUM ZEITVERTREIB UND NATÜRLICH ZUM VERGNÜGEN. DASS DIESES SCHWIMMBAD FÜR AUFSEHEN SORGTE, IST SCHIERE UNTERTREIBUNG.

 

An ihm SCHIEDEN SICH DIE GEISTER – im wahrsten Sinne, denn der unmittelbare Gegenspieler des Donnersbachwalder Freibades war PFARRER RUPERT STÄDTLER,
liebevoll DER „EISERNE BESEN“ genannt.

 

 

Sein GOTTESHAUS lag in Donnersbachwald nämlich in unmittelbarer NACHBARSCHAFT zum Schwimmbad. Zwar strömten selten so viele „Gläubige“ an heißen Sonntagen in die Kirche wie zu diesen neuen Freibade-Zeiten, doch waren es in vielen Fällen nicht religiöse Gründe, die die Herzen männlicher Kirchgänger höherschlagen ließen. Vor und nach dem KIRCHGANG stellte die Aussicht auf eine Schar reizender Gäste und heimischer NIXEN in freizügigen Badeensembles so manch frommen Donnersbachwalder auf die Probe.

 

 

Dem Pfarrer blieb dies selbstredend nicht verborgen. Er war darauf bedacht, seine Schäfchen vor der Sünde zu schützen. Der Leibhaftige war ihm in Form einer Freizeitanlage direkt neben der Kirche erschienen und er war schlicht und ergreifend dazu gezwungen einzuschreiten. Alles Predigen konnte nichts gegen die Versuchung des Fleisches ausrichten.

 

EIN ZAUN MUSSTE HER! Gleich 2 Meter hoch. Aber nicht einmal dieser selten hohe Holzverschlag als Sichtschutz konnte die Kirchgänger auf den rechten Weg zurückführen. Dem Pfarrer ließ es keine Ruhe mehr. Wie sollte er seinen himmlischen Auftrag erfüllen, wenn der Sündenpfuhl in seinem direkten Wirkungsbereich, quasi vor dem Kirchentor, lag?

 

 

Die Predigten wurden LAUTER und EINDRINGLICHER, Pfarrer Städtler ließ nichts unversucht und verfasste einen KLAGEBRIEF an den Gemeinderat, in dem er eindringlich vor SODOM UND GOMORRHA warnte. Anständige Menschen, so schrieb er, könnten sich im Sommer kaum mehr auf die Straße trauen, da sie immer dem Anblick der Badegäste ausgeliefert sind. Die Gäste, die wegen eines Freibads nach Donnersbachwald kämen, brächten ohnehin nur ein „Geld der Sünde“ mit. Es sich so mit dem lieben „Herrgott zu verscherzen“, konnte doch nicht im Sinne der hohen Herren im Gemeindeamt sein.

 

All diese Streitigkeiten und Sorgen plagten Hochwürden offenbar derartig, dass es ihm ans Herz ging. Alt ist er nicht geworden, der ehrwürdige Herr Pfarrer, doch ist sein innigster Wunsch in Erfüllung gegangen. Wenn auch mit einiger Verspätung.

 

 

Da es ja bekanntlich AUF DER ALM KEINE SÜNDE GIBT holte die Riesneralm 2016 das Schwimmbad zu sich auf den Berg hinauf. Weg von der Kirche und doch dem Himmel ein Stückchen näher, baden dort im Gipfelbad „anno dazumal“ seither Einheimische und Gäste. Ganz ohne sündige Hintergedanken. Den Brief des aufgebrachten Herrn Pfarrers gibt’s da oben im Original auch nachzulesen. Heute wäre er mit Sicherheit sehr glücklich. Für Aufsehen sorgen dort jetzt nämlich ausschließlich herrliche Rundumblicke auf ein unberührtes, grünes Gipfelmeer.

 

Auf 1.900 METERN gelegen, mit 360°-GIPFELMEERESBLICK gesegnet. Das Wasser 24°C WARM, die Idee einzigartig. Hoch droben auf der Riesneralm findet sich ein außergewöhnliches wie ausgezeichnetes (wortwörtlich!) Freibad inmitten der Bergwelt.

 

 

GESCHÄFTSFÜHRER ERWIN PETZ ERZÄHLT UNS,
WIE ER AUF DIE IDEE KAM, DAS „ANNO-DAZUMAL-BAD“
AUF DIE ALM ZU BRINGEN.

 

Erwin, was macht die Riesneralm so speziell?

Man spürt und sieht, dass es bei der Riesneralm schon immer darum ging, im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten Besonderes zu schaffen. Es geht um AUTHENTIZITÄT UND KREATIVITÄT – Angebote „von der Stange“, oder Plastik und Kitsch passen hier nicht her.

 

In wie weit ist das Gipfelbad innovativ?

Es ist ein Projekt mit Alleinstellungsmerkmal, das es so im gesamten Alpenraum nicht gibt. Für das Konzept, ein Freibad auf dem Gipfel zu errichten, wurden wir sogar mit dem ÖSTERREICHISCHEN INNOVATIONSPREIS.

Die Grundidee ist einfach: Jeder liebt Wasser, jeder liebt das Meer. Bei uns gibt es ein HERRLICH GRÜNES GIPFELMEER und ich wollte, dass unsere Gäste im wahrsten Sinne des Wortes reinhüpfen und in dieses gewaltige Panorama eintauchen können. Wasser sollte also rauf auf den Berg und da habe ich mich an Akten erinnert, die ich seinerzeit als Amtsleiter im Gemeindearchiv gefunden hatte.

 

Du sprichst auf den Brief des Pfarrers an?

Ja, und ich fand auch Bilder von dem Schwimmbad im Ort. Es war, so wie ich es aus meiner Kindheit kannte, völlig aus Holz gefertigt. Mir war klar: Wenn auf der Riesneralm ein Schwimmbad entsteht, dann soll es möglichst so wie seinerzeit im Ort sein. So entstand auch der Name: GIPFELBAD ANNO DAZUMAL.

 

Warst du denn selbst im „alten“ Freibad in Donnersbachwald schwimmen?

Nein, in Siebenhütten, gleich hier in der Nähe. Mein Vater war dort Berufsjäger und der Grundeigentümer hatte auch ein solches Freibad. Dass wir Kinder dort baden konnten, das war damals schon eine SENSATION!

 

Was ist heute gleich bzw. anders?

Gleich ist, dass Kinder heute wie damals die GLEICHE GAUDI haben und dass es in Holzoptik gestaltet ist. Der Unterschied zu früher ist natürlich, dass wir heute beheiztes, 24°C warmes Wasser und eine dreiseitige Verglasung haben, die vor Wind schützt. Unter dem Bad befinden sich die Umkleidekabinen. Ein Anno-Dazumal-Bad auf dem neuesten Stand sozusagen.

 

Wer baut sowas?

Die Mitarbeiter der Riesneralm. Wir sind immer bemüht, Stellen zu schaffen, die über die Saison hinausgehen und die Handwerker IN UNSEREM TEAM haben sich auch dieser Aufgabe erfolgreich gestellt.

 

Wie kommt das Bad bei den Besuchern der Riesneralm an?

Früher fand alles im Tal statt, jetzt ist jeder am Gipfel heroben. Ein BEHEIZTES FREIBAD mit 360°-PANORAMA-BLICK, noch dazu windgeschützt – es ist einfach ein Traum. Und wer mal die BADEHOSE vergessen haben sollte, der kann sie gleich bei uns kaufen. Es rechnet schließlich nicht jeder damit, ein Bad auf dem Gipfel vorzufinden.

 

 

Danke, Gipfelbad.

VERGNÜGEN OHNE REUE.
MACHT SINN.

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