Knorrige, krumme LATSCHEN überziehen die Hänge der PLANNERALM. Sie prägen das Landschaftsbild, verteilen ihren warmen, würzigen DUFT und spenden heilsames ÖL.

 

Hier heroben kann sie wachsen, braucht sich in kein Korsett pressen zu lassen. Die SONNENHÄNGE der Planneralm räumen der Latsche dafür reichlich Platz ein. Über die Jahre breitet sie ihr Gewirr aus knorrigen Ästen weiter und weiter aus, bleibt dabei tief am Boden geduckt, findet Windungen und Krümmungen und trägt ein dichtes Nadelkleid. Zu ihren Füßen liegen weiches Moos und Kiefernnadeln. Tiere ziehen sich gerne hierhin zurück. Sie rasten, schlafen, nutzen die Latschenkiefer auch als ihr SCHUTZSCHILD.

 

DIE ALM, SIE PRÄGT.

 

 

LEBEN AUF DER ALM. Dazu muss man schon hart im Nehmen sein, geduldig, belast- und wandelbar. Die Witterung hier heroben auf über 1.600 METERN hat es in sich. Die Latsche weiß mit ihr umzugehen, lässt den kräftigen Wind über sich ziehen, aus welcher Richtung er auch kommen mag. Im Sommer bringt die Sonne sie zum Duften, im Winter legt sie sich unter der schweren Schneelast nieder und ruht über Monate tief bedeckt.

 

 

Die Alm, sie prägt. Sie formt den Charakter, äußerlich wie innerlich. Schafft ein gesundes Gleichgewicht. Sie macht die Latsche nicht nur knorrig, stur und standhaft, dank ihr ist sie auch SANFT, WOHLIG DUFTEND UND HEILSAM. Im Frühjahr, nach den langen, dunklen Wintermonaten, lassen Licht und Wärme die jungen Triebe der Latsche eilig sprießen. Feinster Saft bis in die Nadelspitzen. Gerade jetzt ist es wichtig, alle Energien zu sammeln, denn die erste Ernte steht an und Heinz stapft hinauf.

 

 

Sein Auge streicht über das weite Latschenfeld, seine Hand, die streift über die Zweige. Mit Heinz‘ Erfahrung sind die passenden Äste schnell ausgemacht. Er zwickt geübt die Spitzen ab, schnürt sie in schwere Bündel und trägt sie hinab zur Latschenbrennerei. Tausende von Kilos werden geerntet. Schließlich braucht es im Frühjahr 400 Kilo des kräftigen Geästs für einen Liter Latschenkiefernöl. Im Herbst dann sind es nur mehr bis zu 300 Kilo, dann hat die Sommersonne das ihre dazugegeben.

 

SIE LOCKERT UND BEFREIT.

 

 

Franz wartet bereits in der Brennerei. Es ist eine alte Tradition, die die beiden Männer fortführen. Eine TRADITION, die weiß was es bedeutet mit dem zu arbeiten, was die Alm zu geben bereit ist. Hart sind die Ernte und das Häckseln, sorgsam und schonend der zweite Schritt. Sechs bis sieben Stunden bleibt das Hackgut im DAMPFKESSEL – bei stets gleichbleibender Temperatur und gleichbleibendem Druck. Franz rückt nicht vom Bottich ab. Ständig kontrolliert er, heizt nach, spürt, wie sich das wertvolle NATURPRODUKT löst.

 

 

Leichter als Wasser ist das feine Öl und schwimmt obenauf. Mit viel Routine und noch mehr Gespür schöpft Franz es ab und füllt es in Flaschen. Letzte Feinteile setzen sich hier ab. Noch einmal wird umgefüllt. Dann ist das hochkonzentrierte, ätherische Öl bereit, uns gut zu tun. Die nach außen so harte Latsche mit ihren stacheligen Nadeln trägt in ihrem Inneren einen heilenden Kern. Er befreit unsere ATEMWEGE und lockert unsere MUSKELN.

 

Die Latsche führt vor, was man nur zu gern vergisst:

 

Sie macht das Beste aus dem, was ihr das Leben (auf der Alm) zu bieten vermag.

 

 

Ihre Kraft, die liegt in ihren Gegensätzen.

 

Danke, Latsche.

KRAFT WEITERGEBEN.
MACHT SINN.

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